Publikumsübung REDOG WB vom 29.06.2012


Titelblatt Wynentaler

2. Teil Artikel Wynentaler

Oberkulm: Gemeinsame Übung des Samariterverein Kulm, der Feuerwehr Mittleres Wynental und der «Redog»

Orten – bergen – und verarzten

Auf Initiative des Samaritervereins Kulm versammelten sich Vertreter der drei Organisationen «Redog», Feuerwehr und Samariter, im Areal der Baufirma Faes in Oberkulm und luden die Bevölkerung ein, bei einer gemeinsamen Übung zuzuschauen. Der Anlass stiess auf grosses Intereresse, über hundert Schaulustige trafen beim Übungsgelände ein, um die Geschehnisse mitzuverfolgen. Petrus hielt die Schleusen geschlossen und der imposante Anschauungsunterricht konnte im Trockenen durchgeführt werden.

moha. Die Hunde waren der erste Anziehungspunkt für die jüngsten Zuschauer. Aufgeregt warteten die Kinder zusammen mit den Sanitätshunden und den Such- und Rettungshunden auf den Beginn der Veranstaltung. Kornelia Kaspar, Präsidentin des Samariterverein SV Kulm, begrüsste die Gäste mit dem Megaphon und entschuldigte sich für eine kurze Verspätung: «Wir haben noch ein technisches Problem und die Figuranten sind noch nicht versteckt.» – Figuranten sind Statisten, die sich als Verletzte zur Verfügung stellen. – Diesmal mussten die «Verwundeten» lange in ihren Verstecken ausharren, bis die Hunde sie aufspüren und die Feuerwehr sie aus ihrer misslichen Lage befreien konnte.

Hundeführer stellen ihre Arbeit vor

Zu Beginn erhielten die Zuschauer wissenswerte Informationen zu den Unterschieden zwischen Sanitätshunden und Hunden der Such- und Rettungsorganisation «Redog». Otto Krütli von «Redog» stellte die Hundeführer vor und erklärte die Aufgaben und den Wirkungskreis der Hunde. Such- und Rettungshunde orten in Trümmern und unwegsamem Gelände Vermisste und Verschüttete oder suchen – nach spezieller Ausbildung – nach Toten. Sie werden bei Unfällen und Katastrophen oder auch in Krisen- und Kriegsgebieten im Ausland eingesetzt.

Ueli Walti, Übungsleiter des SKBS OG Hallwil, erklärte die Aufgaben der Sanitätshunde. Sie werden vorwiegend in grossflächigen Waldgebieten eingesetzt, um das Gelände unter Anleitung des Führers systematisch nach Menschen abzusuchen. Sie verhalten sich ruhig und suchen schnell.

Praktische Übung mit Publikum

Hundeführerin Caroline Lengweiler aus Oberkulm führte eine Suchaktion mit ihrem Sanitätshund vor. Auf ihren Fund machen diese Hunde mit einem «Bringsli» aufmerksam, sie dürfen nicht bellen. Die Begleitperson kontrolliert den Fundort und belohnt den Hund gebührend.

Etwas lauter und stürmischer ging es bei den Suchvorführungen der «Redogs» zu und her. Die Hundeführer Therese Jans aus Menziken und Severin Kuster liessen ihre Hunde abwechselnd das Gelände nach «Verschütteten» absuchen. Auf ihren Fund machten die Hunde mit lautstarkem Bellen und intensivem Graben aufmerksam. Bevor die eigentliche Rettungsaktion beginnt werden die Fundorte zur Sicherheit von einem zweiten oder sogar dritten Hund «bestätigt» erst dann wird mit den Grabarbeiten begonnen.

Durch die vielen Zuschauer haben sich weder die Hunde noch ihre Führer ablenken oder beirren lassen. Das ist gut so, im Ernstfall müssen die Tiere auch Ruhe bewahren, egal wie hektisch oder panisch ihr Umfeld reagiert.

Bergung und Verarztung

Aus Betonröhren, unter Paletten und Baumaterial hervor konnten die Feuerwehrleute vier «Verletzte» bergen. Im Verwundetennest der Samariter erhielten die Figuranten erste Hilfe. Ein Bewusstloser, ein Opfer mit Kopfverletzung, eine Beinwunde mit hohem Blutverlust und eine wüst aussehende Handverletzung konnten vor Ort fachmännisch behandelt werden. Bis zum Eintreffen der Ambulanz – beziehungsweise bis zum Verteilen der Sandwiches im Übungsfall – wurden die «Verletzten» durch die Samariter weiter betreut.

Nicht nur die Kinder nahmen eindrückliche Bilder mit nach Hause, auch manch einem Erwachsenen mag ob der gezeigten «Wunden» und Verletzungen ein unangenehmer Schauer über den Rücken gelaufen sein. Ein Dokumentarfilm zu «Redog» vertiefte das neu erworbene Wissen der Zuschauer und jedermann war wohl froh, noch nie mit einem Ernstfall konfrontiert worden zu sein.

Margrith Gysin vom Samariterverein Kulm bedankte sich bei allen Akteuren und Mitwirkenden und lud die Anwesenden ein zu Kaffee und Kuchen.