Vortrag Blutegeltherapie vom 13.11.2014

Artikel Wynentaler Blatt Nr. 89 vom 21.11.2014

Unterkulm: Samariterabend zum Thema Blutegeltherapie

Ein kleiner Wurm mit grosser Wirkung

Der Samariterverein Kulm lud im Unterkulmer Gemeindesaal zum Vortrag über die Therapie mit Blutegeln ein. Der Anlass stiess auf erstaunlich grosses Interesse. Die Referentin, Beatrice Geering, Naturheilpraktikerin aus Rickenbach, durfte sich über fast 60 Teilnehmende freuen und ihr Feuer für die Blutegeltherapie an die Besucher weitergeben.

moha. Die Veranstalter wagten sich an ein eher unbekanntes, jedoch faszinierendes Thema heran, die Blutegeltherapie. Schon seit Jahrtausenden werden Blutegel zu Heilungszwecken eingesetzt. Die Therapie eignet sich als sanfte und natürliche Methode für die Behandlung unterschiedlichster Erkrankungen, deren Aufzählung unmöglich erscheint. – «Die Natur heilt von innen her, mit Hilfe eines äusseren Hilfsmittel», sagt ein Zitat von Thomas von Aquin dazu. – Das Anwendungsgebiet reicht von Abszessen über Gicht, Arthrose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krampfadern, Migräne, Tinnitus, Entzündungen bis hin zum Immunsystem – Schub. Die heute angewandte, moderne Therapie wird meistens als kombinierte Variante, zum Beispiel in Verbindung mit Schüssler-Salzen angewandt. Die Behandlung mit Blutegeln wirkt schmerzlindernd entgiftend, regenerierend und entschlackend.

Ein «Mercedes-Stern» als Andenken

Die Referentin ging ausführlich auf den Ablauf einer Behandlung ein. Anhand von Fallbeispielen und mit eindrücklichen Fotos führte sie die Anwesenden an die erstaunlichsten Erfolgsgeschichten heran, ohne auf mögliche, auch unangenehme,Reaktionen hinzuweisen. So setzen die spezifischen Wirkungsmechanismen erst ein, wenn die Egel abgefallen sind. Die Nachblutung muss mit Verbänden  fachmännisch gestillt werden und als Begleiterscheinung können Juckreiz und Rötungen rund um die Bissstellen, sinkender Blutdruck oder vorübergehender Eisenmangel auftreten. Körperliche Aktivitäten sind nach der Behandlung untersagt, man muss sich Zeit nehmen, wenn man sich auf die partnerschaftliche Zweierbeziehung mit einem Egel einlässt. Eine professionelle Begleitung sei darum unverzichtbar, erklärte Beatrice Geering. Als bleibende Erinnerung können an behandelten Stellen auch kleine Narben in Form eines «Mercedes-Sterns» zurückbleiben.

Faszination Blutegel

Mit ihrem interessanten Vortrag brachte die Referentin den Besuchern alle Facetten des  faszinierenden Blutegels nahe. Ihr Fachwissen weckte Vertrauen für eine natürliche Heilpraktik, die von Gesetzes wegen im Kanton Luzern offiziell angeboten werden darf und im Aargau geduldet ist. Die Haltung und Pflege der Egel erfordertWissen, man kann Therapie-Tiere nicht einfach aus einem Teich fischen, sie werden speziell gezüchtet. Auf unliebsame Gerüche oder eine schlechte Ausdünstung eines Patienten (z.B. Knoblauch) reagieren die Egel sehr heikel. Darum gilt am Behandlungstag auch striktes Parfüm- und Rauchverbot. Angesetzt werden dürfen die Tiere nur ein einziges Mal, nachher werden sie «entsorgt».

Der Vortrag bot einen Überblick über die Therapieform und die Art der Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge. Beatrice Geering entkräftete damit auch Ängste vor diesen kleinen Heilern. Sie selbst oder ein Ratgeber in Buchform geben weitere Auskunft zum Thema.www.naturheilpraxis1a.ch

 

 

 

 

 

 

Ein gelungener Anlass: (v.li.) Kornelia Kaspar,Präsidentin des Samaritervereins Kulm übergab der Referentin Beatrice Geering ein blumiges Geschenk.